KRITIS · Aktiver Arealschutz

Sabotage am Zaun.
Drohne in der Luft in < 50 ms.

Der Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz im Januar 2026 hat gezeigt: rein reaktiver Objektschutz ist zu langsam. Aktiver Arealschutz härtet kritische Areale direkt am Zähleranschlusspunkt — physisch, cyber und autonom.

<50 ms
Detektion am Zaun
±5 m
SSTDR-Lokalisierung
2 Sek.
bis UAV-Start
56–73 Tage
Amortisation
Anlassfall · Berlin, Januar 2026

Ein Blackout, der nicht hätte passieren müssen.

Die Sabotage einer Kabelbrücke im Südwesten Berlins führte zu einem mehrtägigen Stromausfall: rund 45.000 Haushalte, 2.200 Betriebe, Institute und Labore ohne Versorgung. Die dokumentierte Schadensbilanz im Ist-Zustand — ganz ohne Schutzinfrastruktur:

2,1 Mio €
Physische Netzschäden
Starkstromleitung, Notleitungen, Reparatur von Endmasten und Kabelbrücken.
1,8 Mio €
Katastrophenschutz
>1.700 mobile Aggregate, Treibstoff-Logistik durch THW & Bundeswehr über Tage.
4,5 Mio €
Wirtschaftliche Folgen
2.200 Betriebe; Probenverlust in Laboren, Warenvernichtung, Umsatzausfälle.
1,2 Mio €
Staatliche Sofortmaßnahmen
Hotel- & Evakuierungskosten, Aufklärungsprämie des Landes Berlin.
Gesamtschaden des Szenarios
Ein einziger erfolgreicher Sabotageakt.
≈ 9,6 Mio €
Rechtslage · seit 16. März 2026 in Kraft

Das KRITIS-Dachgesetz macht physischen Schutz zur Nachweispflicht.

Der Bundestag hat das Gesetz am 29. Januar 2026 beschlossen, der Bundesrat am 6. März zugestimmt. Es setzt die europäische CER-Richtlinie um und formuliert erstmals bundeseinheitliche Mindestanforderungen an den physischen Schutz kritischer Anlagen — bisher war nur die IT reguliert.

Registrierung
Meldung beim BBK — Frist lief im Juli 2026 aus.
Risikoanalyse
All-Gefahren-Ansatz: Sabotage und hybride Bedrohungen ausdrücklich eingeschlossen.
Resilienzplan
Maßnahmen müssen benannt werden — eine Absichtserklärung genügt nicht.
Melde- & Nachweispflicht
Vorfälle sind zu melden, Maßnahmen unter behördlicher Aufsicht zu belegen.

Damit ändert sich die Frage. Sie lautet nicht mehr „lohnt sich Perimeterschutz", sondern „womit weisen Sie ihn nach". Genau dafür ist diese Kette gebaut: Detektion mit zwei unabhängigen physikalischen Prinzipien, beweissichere Dokumentation jedes Ereignisses und ein dokumentierter Meldeweg an die Behörde — protokolliert, unveränderlich, vorlagefähig.

Schutzkonzept

Physikalischer Anlagenschutz in drei Säulen.

SolarSecure härtet kritische Areale nicht punktuell, sondern als geschlossene Kette — vom Zaun über den Luftraum bis zur autonomen Intervention. Die ersten beiden Säulen detektieren; die dritte handelt.

01
🛰️
Detektion

Perimeter-Integrität

Der Zaun selbst wird zum Sensor. Ein SSTDR-überwachter Signalleiter und bus-gekoppelte MEMS-Vibrationssensoren erkennen jeden mechanischen Eingriff in Echtzeit.

  • SSTDR-Wellenleiter, Pseudo-Noise-Code unter dem Rauschteppich
  • Edge-KI filtert Wind- & Umweltrauschen
  • TDR-Lokalisierung des Schnittpunkts auf ±5 m
02
📡
Aufklärung

Luftraum- & RF-Aufklärung

Ein passives Software Defined Radio überwacht das Spektrum von 400 MHz bis 6 GHz — zur Drohnenabwehr und zur forensischen Sicherung im Täternahbereich.

  • FHSS-Mustererkennung (z. B. DJI OcuSync), Flüge ohne Remote ID
  • Rein passive Erfassung von RF-Metadaten im Nahbereich (50–100 m) — kein IMSI-Catcher, kein aktives Senden
  • Versiegelter Beweiscontainer: entsiegelt wird ausschließlich behördlich
  • Revisionssichere Beweissicherung in Permissioned Blockchain
03
🛡️
Intervention · Aktiver Arealschutz

Areal-Schutzschild

Die aktive dritte Säule: Bei einem Impedanzbruch am Zaun startet in unter 50 ms eine autonome Drohnen-Reaktionskette — ohne menschlichen Interventionszwang.

  • Drone-in-a-Box: autonomer UAV-Start in 2 Sekunden
  • Thermo- & Optik-Anflug der TDR-Schadstelle
  • Objektnachführung im Geofence des eigenen Areals (Ausbaustufe 2) — die Verfolgung selbst bleibt Sache der Polizei
  • Redundanter Behörden-Broadcast via LEO-Sat & 450 MHz
Reaktionskette

Von der ersten Berührung zum Behörden-Alarm.

Setzt ein Täter ein Werkzeug am Außenzaun an, läuft eine vollautomatische Kette ohne menschlichen Interventionszwang — exakt diese Sequenz fährt auch die Live-Demo im Lagezentrum.

Trigger
T = 0 ms

Impedanzbruch + MEMS-Validierung

Der SSTDR-überwachte Zaun-Signalleiter registriert die Änderung des Wellenwiderstands (Kappen, Sägen, Verformen). MEMS-Vibrationssensoren bestätigen die Frequenzsignatur der mechanischen Trennung (Bolzenschneider, Winkelschleifer). TDR lokalisiert die Schadstelle auf ±5 m.

Intervention
T + 2 s

Autonomer UAV-Start (Drone-in-a-Box)

Der Hangar öffnet, die Überwachungsdrohne (Thermo- & Optik) startet autonom und fliegt die GPS-Koordinaten des Zaunbruchs im High-Speed-Vorausflug an, um den Sektor auszuleuchten.

Forensik
T + 5 s

Passiver SDR-Nahbereichsscan

Das Software Defined Radio erfasst im Nahbereich (50–100 m) rein passiv die Metadaten der Funkschnittstelle — keine Inhalte, kein aktives Senden, kein IMSI-Catcher. Alles wandert sofort in einen verschlüsselten Beweiscontainer, den der Betreiber selbst nicht öffnen kann; Telemetrie und Vorfalls-Hash werden revisionssicher in eine Permissioned Blockchain geschrieben.

Alarm
T + 10 s

Redundanter Behörden-Broadcast

Über LEO-Satellitenmodem und das ausfallsichere 450-MHz-Funknetz gehen Live-Videostream und der versiegelte Beweiscontainer via OPC UA an Leitwarte des Netzbetreibers und polizeiliche Lagezentren. Entsiegelt und ausgewertet wird ausschließlich durch die Ermittlungsbehörde.

Nachführung
T + 15 s

Objektnachführung im Geofence (Ausbaustufe 2)

Erkennt der Bordrechner eine Person oder ein Fahrzeug, führt der Gimbal das Bild nach und die Drohne hält aus sicherer Distanz Position — die Leitstelle behält ein durchgehendes Lagebild. Der Geofence endet an der Grundstücksgrenze: dort bricht die Nachführung automatisch ab, gemeldet werden Austrittspunkt und Richtung. Die Verfolgung im öffentlichen Raum ist und bleibt Sache der Polizei.

Klare Grenzen — was das System bewusst nicht tut: keine Verfolgung außerhalb des Betriebsgeländes · keine Wirkmittel und keine Zielansprache · keine biometrische Erkennung · keine Aufzeichnung von Kommunikationsinhalten · keine betreiberseitige Zuordnung von Funk-Identifiern zu Personen · keine Dauervideoaufzeichnung ohne Alarmanlass. Der Wirkbereich endet an der Grundstücksgrenze — ab dort ist das System ein Meldeweg an die Behörden, kein Eingriff. Genau das macht es genehmigungsfähig.
Systemarchitektur

Guardian Gateway — Man-in-the-Middle am Flaschenhals.

Inline integriert an der Zähleranschlusssäule, mit strikt galvanisch entkoppelten Datenpfaden auf separaten Controller-Chips (keine logischen VLANs) und Hardware-Vertrauensanker im Silizium.

WAN · Rot

Interface zum ungesicherten Betreiber-Router. Deny-All eingehend, ausschließlich mTLS-gesicherte Reverse-Tunnel zum Backend.

LAN · Grün

Vertrauenswürdige Verbindung zur lokalen Steuerungsperipherie und den Datenloggern.

DMZ · Gelb

Isoliertes Subnetz für die Peripheriesensorik: SSTDR-Kopplung, SDR und Hangar-Steuerung.

🔐

TPM 2.0 Root of Trust

Kryptografische Identität unveränderlich im Silizium. Signierte Secure-Boot-Chain — schlägt der Integritätsabgleich fehl, friert das System ein (Bricked for Safety).

🔋

Autarkie im Krisenfall

Versorgung an der ungeschalteten Netzseite (Dauerstrom) vor dem NA-Schutz. LiFePO₄-USV überbrückt Gateway & DMZ-Sensoren unter Vollast 30–60 Minuten.

🧠

Deep Packet Inspection

Modbus-TCP-Engine prüft Steuerbefehle in Echtzeit (<1 ms) auf SunSpec-Registerebene. Unsignierte Abschaltbefehle werden inline gedroppt.

📡

Sensor-Fusion & Drohnen-Detektion

SSTDR-Wellenleiter im Zaun, MEMS-Beschleunigung an den Pfosten, passiver RF-Scan 400 MHz–6 GHz inkl. FHSS-Mustererkennung (DJI OcuSync) für Flüge ohne Remote ID.

Wirtschaftlichkeit

Ein verhinderter Anschlag deckt 100 Standorte.

Vollausstattung eines kritischen Netzknotens inkl. 2.000 m Zaunlinie, bewertet über die jährliche Risikoexposition (Annual Loss Expectancy) bei moderaten 5 % Eintrittswahrscheinlichkeit.

CapEx Basis — Guardian Gateway, USV, 2.000 m SSTDR-Zaun, 100× MEMS, Integration50.000 €
CapEx gesamt — Stufe 2a (Drone-in-a-Box, marktübliche Plattform)72.000 €
CapEx gesamt — Stufe 2b (Drone-in-a-Box, souveräne Lieferkette)95.000 €
OpEx pro Jahr (Rezertifizierung, Mobilfunk/Sat, Wartung, Akkus)6.000 €
Risiko ohne Schutz — ALE (9,6 Mio € × 5 %)480.000 €/J
Restrisiko mit Active Defense (Restschaden 5.000 € × 5 %)250 €/J
Netto-Sicherheitsgewinn pro Jahr473.750 €/J
Payback Period
56–73 Tage
CapEx 72.000–95.000 € ÷ 473.750 €/Jahr ≈ 0,15–0,20 Jahre
Das System amortisiert sich betriebswirtschaftlich nach rund zwei bis zweieinhalb Monaten — die Verhinderung eines einzigen Anschlags vom Ausmaß des Berliner Blackouts deckt die Hardware-Schutzkosten von mehr als 100 vergleichbaren KRITIS-Standorten.
Maßstab dieser Rechnung ist die volkswirtschaftliche Schadenssumme des Berliner Szenarios. Für Betreiber kritischer Anlagen und Netzbetreiber ist das der zutreffende Bezug; für gewerbliche Anlagen ohne KRITIS-Status rechnen wir mit dem eigenen Schadenerwartungswert — sprechen Sie uns darauf an.
Im Einsatz

Aktiver Arealschutz in Bewegung.

Drei Aufnahmen aus System, Sensorik und autonomer Drohnen-Reaktion.

Detektion am ZaunSSTDR & MEMS — der Impedanzbruch in Echtzeit.
Autonomer UAV-StartDrone-in-a-Box — vom Hangar zur Schadstelle.
Leitstellen-AlarmLive-Stream & RF-Forensik an die Behörden.
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